21 Jan

Die dezentralste Energieerzeugung der Welt oder wie auch Einsiedler ein Smartphone verwenden können

Die Zukunft der Energieerzeugung lautet dezentral und doch global vernetzt. Dieses scheinbare Paradoxon löst sich wie folgt auf: Grüner Strom wird überall lokal erzeugt – durch Windräder, Solaranlagen, Biokraftwerke, Wasserkraft und was das 21. Jahrhundert noch an Techniken zur Stromerzeugung bringen wird. Gleichzeitig wird es möglich sein, den Strom auch in weit entfernt gelegene Regionen zu transferieren, wo ein temporärer Mangel herrscht.

Ein solcher Mangel kann natürlich auch auftreten, wenn du gerade auf Reisen bist und mal wieder das Ladekabel für dein Iphone vergessen hast.

Wissenschaftler von der Universität Arlington forschen aktuell an einer Lösung für dieses Problem, das wohl jeden von uns schon einmal getroffen hat: Sie bringen winzige Windräder auf einem Smartphone Cover an. Jedes dieser Windräder ist ein kleiner Erzeuger elektrischer Energie.

Wenn du dich also von Hamburg nach Wien aufgemacht hast und vor dem Stephansdom stehend deine Freundin anrufen willst, aber der Akku ist leer: Hol das Smartphone heraus, halte es hoch in die Luft und lass den Wind seine Arbeit machen. Nach 3-5 Minuten werden die Miniatur Windräder ausreichend Energie erzeugt haben, um eine halbe Stunde mit deiner Freundin telefonieren zu können.

Wenn der Wind übrigens gerade nicht weht, müssen wir uns eben ein wenig sportlich ertüchtigen: Wir schwenken unser Smartphone für einige Minuten in der Luft herum und erzeugen unsere eigene kleine Brise…

Wie groß sind die Mikro-Windräder?

Nach Angaben der beiden Forscher Smitha Rao und J.- C.Chiao sind die Windräder nur knapp 2 mm groß. In einem Versuch konnten die beiden gleich 18 Windräder auf einem Reiskorn aufbringen.

Welchen Nutzen Windräder auf Reiskörnern haben, sei dahingestellt. Jedenfalls ist das Konzept dieser Minimalst-Stromerzeuger mit Sicherheit zukunftsträchtig und lässt eine Reihe von Anwendugnen zu.

Widerstandsfähig und massentauglich

Die Erzeuger Einheiten sind übrigens robuster als man es zunächst vermuten würde. Als Material wurde eine spezielle Nickel Legierung gewählt, die sich in Experimenten als unempfindlich auch gegen starke Windböen erwiesen hat und die zudem äußerst korrosionsresistent sind.

Auch vom ökonomischen Standpunkt sollen die Mini-Windräder für die Massenproduktion geeignet sein. Rao und Chiao rechnen bei einer entsprechenden Skalierung im Maßstab von einigen hunderttausend Einheiten pro Charge nur mit einigen Cent Produktionskosten pro Stück.

Wir sind gespannt wie es weitergeht… bis es soweit ist, werde ich aber lieber mein Netzteil mit auf Reisen nehmen.